Um halb eins haben meine Eltern mich in der Schule abgeholt und wir sind zum Orthesengott gefahren. Meine Kiddie Gaits sind da und müssen noch angepaßt werden.

Die hab ich ja in Köln bei "Auf die Beine" getestet und wir waren sehr zufrieden damit. Wenn ich stehe oder gehe, profitiere ich sehr von ihnen, weil ich im Knöchel und Unterschenkel stabiler bin. Und die Kombi individuelle Knöchelorthesen mit Unterschenkelorthesen von der Stange ist die preisgünstigste Variante.

Zufälliger war auch noch jemand dort, der Kinderversorgung mit Rollstühlen macht. Der hat mich gleich mal vermessen und wird überlegen, welchen Rolli ich als Nächstes bekommen könnte, denn meiner wird langsam zu klein bzw. ist schon zu klein.

Auf dem Weg nach Hause sind wir an den Travemünder Elchen vorbeigefahren. Sie stehen momentan vom Holstentor.

Ein Blick zurück - lohnt sich manchmal.

Abends hat Oma Neustadt ein Stündchen auf mich aufgepaßt, weil Papa zur Sparclubauszahlung und Mutti zur Besprechung mußte. Ihre Hausverwaltung der vermieteten Wohnung ist nämlich pleite. :-(

Die Nacht war ganz normal. Zur Überwachung durfte ich bei Mutti schlafen und war ganz artig und habe auch nicht gekrampft.

Der Schultag war richtig, richtig entspannt. Ich durfte ganz viel außerhalb vom Rolli sein. Das fand ich richtig gut und hab das sehr genossen.
2x haben sich meine Hände für ca. 5 Minuten blau verfärbt. Mir ging es aber gut dabei. Meine Beine waren wieder sehr oft auf Spannung.

Nach der Schule hatte ich einen Termin im Sanitätshaus. Der Stehständer mußte komplett neu eingestellt werden.

Sieht gut aus.

Aktuell paßt er noch. Er geht auch bis 130 cm Körpergröße.

2020 dürfte er noch ausreichen. Dann ist die nächste Größe dran.

Das wär wieder was für Papa. Der ist sogar richtig schnell mit 15 km/h. Und in schickem Racinggreen. Sehr britisch - fast wie ein Jaguar. :-)

Ich brauchte heute nicht zur Schule, da ich um 11.30 Uhr einen EEG-Termin und um 13 Uhr einen Gesprächstermin bei der Neuropädiaterin in der Uniklinik hatte. Das ging nicht anders und aufgrund des neu eindosierten Lamotrigin ist das natürlich auch wichtig.

Papa hat den Urlaubstag genutzt, um noch schnell seinen neuen Personalausweis bei der Stadtverwaltung abzuholen. Und Mutti war noch schnell bei der Anwältin und hat etliche Telefonate erledigt.

Stilliegen ist nicht so meins, wie man an den Bewegungen im EEG sieht. Hier mußte eine Pause eingelegt werden. Die EEG-Dame hatte Angst, ich könne von der Liege fallen.

Na gut, dann schlaf ich eben.

Dann sieht man wenigstens ein bißchen was im EEG.

Fertig. Die Zeit bis zum Arztgespräch haben wir mit Kaffee und Mettbrötchen (für Papa) bzw. Bananenjoghurt für mich überbrückt.

Das EEG war wie immer nicht berauschend. Mit 30mg ist das Lamotrigin jetzt in einer Dosis angekommen, ab der es überhaupt erst eine Wirkung entfalten kann. Ab morgen steigern wir es auf 40mg und zwei Wochen später auf 50mg. In drei Monaten gibt es ein Kontroll-EEG und dazwischen telefonieren Mutti und die Ärztin bei Bedarf.

Wir waren so zeitig fertig, daß Papa und ich noch schnell baden und Haare waschen (also ich) konnten.

Bei der Logopädie.

Es macht keinen Spaß!

Die Beihilfe hat seit Jahren Oles Orthesenschuhe gezahlt. Problemlos. Unter Anrechnung eines Eigenanteils, weil man sich ja Schuhe kauft, aber eben "normale" Schuhe.

Nun meinte ich, der Eigenanteil wäre in der Vergangenheit niedriger gewesen und fragte nach, ob die 64 EUR richtig seien. Mir war nach 45 EUR, aber vielleicht verwechsel ich das auch mit dem Eigenanteil in der gesetzlichen KV.

Die Überprüfung ergab nun:

In Zukunft werden die Orthesenschuhe gar nicht mehr bezahlt!

Begründung:

Orthesenschuhe sind nach unserer Beihilfeverordnung nicht beihilfefähig. Diese Schuhe sind den Gegenständen zuzuordnen, die der allgemeinen Lebenshaltung unterliegen und somit von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossen sind.

Die Liste der Ziffer 8 Anlage 5 der BhVO ist keine abgeschlossene Auflistung von ausgeschlossenen Gegenständen, sondern bietet lediglich einen exemplarischen Überblick. Das Bundesbeilferecht findet keine Anwendung.

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Für die DRV Nord gilt aufgrund des §1 Abs. 3 BhVO, daß die Regelungen der Beihilfeverordnung S-H inklusive Durchführungshinweise und der Erlasse des Finanzministeriums S-H verbindlich anzuwenden sind. Eine Öffnungsklausel, bei geregelten Sachverhalten andere Maßstäbe zur Anwendung kommen zu lassen, besteht nicht. Ein Ermessensspielraum für Härtefälle oder Einzelfallentscheidungen ist nicht gegeben.


Bei einem  Anruf beim Dienstleistungszentrum Personal S-H (dort wird die Beihilfe für die Landesbeamten abgerechnet), bekam ich folgende Antwort: Orthesenschuhe sind natürlich beihilfefähig, aber mit einem Eigenateil.

=> Schön, daß die Landesbeamten S-H anscheinend Orthesenschuhe bekommen! Die kennen anscheinend die Rechtslage nicht... ;-)


In einem Urteil des Verwaltungsgerichts Gießen zur Beihilfefähigkeit von Orthesenschuhen vom 6.12.2012, Aktenzeichen 5K96/12.GI hat das Gericht in einem identischen Fall entschieden, daß Orthesenschuhe beihilfefähig sind. Die Auffassung, daß Orthesenschuhe einen Gegenstand der allgemeinen Lebenshaltung ersetzen, wurde vom Gericht nicht geteilt..

Telefonischer Kommentar des Finanzministeriums dazu auf telefonische Nachfrage:

Der Fall wurde lange und eingehend geprüft. Das Urteil aus Hessen eines anderen Bundeslandes interessiert uns in S-H nicht und Kassenpatienten haben sooo viele Nachteile gegenüber Privatversicherten mit Beihilfeansprüchen, da muß man das mit den Orthesenschuhen eben hinnehmen.


Sorry, aber ich kann diese Scheixxe nicht mehr hören! Privatversichert ist ganz toll, wenn man nichts hat und nur mal ein bißchen Physiotherapie benötigt. Sobald Hilfsmittel etc ins Spiel kommen, ist es das Allerletzte!

Orthesenschuhe sind keine normalen Schuhe und damit nicht normale Lebenshaltung! Habt ihr auch alle im Schrank als normales Schuhwerk, oder?

Wenn man diese Schuhe nicht so aufklappen könnte, um den Fuß in der Orthese quasi reinzuschieben, dann wäre es gar nicht möglich, einen Schuh anzuziehen.

Orthesen ohne Orthesenschuhe funktionieren auch nicht. Zusätzlich muß der Schuh geeignet sein, um eine Beinlängendifferenz von 1cm auszugleichen.

Ich werde Widerspruch einlegen und anschließend klagen.

Ab sofort findet ihr den Blog nur noch hier.

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Vielen Dank dafür!